Whiskey Wissen

Kurze Einblicke was Whiskey/Whisky ist:

eine durch Destillation aus Getreidemaische gewonnene und im Holzfass gereifte Spirituose. So einfach :-))

Klingt nur leider so, doch schauen Sie auf https://de.wikipedia.org/wiki/Whisky gibt es eine Menge Infos zum Studieren.
Natürlich auch hier:


Whiskey kommt vom gaelischen „uisce beatha”, auf Latein „aqua vitae”, das „Wasser des Lebens”. Aus „uisce beatha” wurde es dann verkürzt auf „uisce” (oder manchmal auch „uisque” ) und schließlich im Laufe der Zeit „Whiskey”.

Whiskey-Glas

wer hat den Whiskey erfunden?

Das Destillationsverfahren wurde schon im 9. Jahrhundert vor Christus im Orient entwickelt. Verwendet wurde es zunächst zur Herstellung von Arznei, Parfüm und Duftstoffen. Irgendwann hat dann irgendwer damit Alkohol produziert – und so begann die Geschichte der Brennereien. Man weis heute jedoch, da sind sich die Experten einig, das irische Mönche ca. im Jahr 1000 nach Christus die Destillierkunst von ihren Reisen aus dem Mittelmeerraum mit nach Irland brachten.

Wer den Whiskey/Whisky jetzt erfunden hat, lässt sich nicht mehr zu 100% klären. Es spricht allerdings einiges dafür, dass Whiskey in Irland entdeckt wurde – obwohl die Schotten das logischerweise anders sehen und das bis heute so vertreten.
In den Annalen von Clonmacnoise (eine einzigartige Klosterruine in Irland) im Jahr 1405 fand die erste schriftliche Erwähnung statt. Im Jahr 1556 fand die erste Regulierung des Whiskey Brennens statt. Es folgte dann die erste Besteuerung von Whiskey (Excise) offiziell im Jahr 1643.

Mit der Einführung der Steuer begann eine Ära des Konfliktes zwischen den Schwarzbrennern und den Steuerbeamten. Das ging so weit, dass Steuerbeamte ab 1781 nicht nur Whiskey beschlagnahmen durften, sondern sämtliches Equipment, die Pferde, auch die Wägen zum Transport. Letztendlich kam es dazu, das am Ende des 18.Jahrhunderts es zwar mehr als 2000 Brennblasen in Irland gab, fast alle aber illegal.

wie wird Whiskey hergestellt?

siehe unter Whiskey Herstellung


wie ging die Geschichte des Irish Whiskey weiter? 

Als es 1821 nur noch 32 Destillerien gab, die offiziell registriert waren, schaltete sich der irische Staat dann1823 ein.
Die Auflagen zum Brennen wurden drastisch reduziert, die Besteuerung wurde vereinfacht, Steuern fast halbiert und erst fällig, wenn die Brennerei den Whiskey verkauft hatte. Die Reformen wirkten und bereits 1835 war die Zahl der registrierten Brennereien auf 93 angestiegen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Whiskey-Produktion vervierfacht und Irish Whiskey trat seine Entwicklung als weltberühmtes alkoholisches Getränk an.

warum sind heute Whisky aus Schottland die Nummer eins?

Irlands Destillerien blühten, alleine die großen 4 aus Dublin

  • John Jameson & Son
  • John Power & Son
  • George Roe & Co.
  • Willam Jameson & Co.

destillierten zusammen 20 Mil. Liter Whiskey im Jahr. Die schottischen Destillerien erreichten zu dieser Zeit gerade einmal 400.000 Liter, also deutlich weniger.

Was ist dann geschehen? Verschiedene, von einander unabhängige Ereignisse traten nach und nach ein und veränderten alles. Ein gewisser Aeneas Coffey , ein irischer Steuerbeamter und Ingenieur, erfand das günstigere und einfachere Brennverfahren im Säulen-Brennapparat. Die irischen Whiskey-Brenner waren diesem neuen Brennverfahren nicht zugetan,  die Schotten dagegen waren begeistert und wendeten zahlreich die neue Technik an. So konnten die Schotten schnell viel verfügbaren Grain Whiskey produzieren, was mit dazu führte, das das Whisky Blending immer mehr vorangetrieben wurde.
Und als ob das nicht schon reichte, führte zeitgleich die irische Unabhängigkeit mit der Abspaltung der Republik Irland von Großbritannien zu einem Handelskrieg.

wann begann wieder der Aufstieg des irischen Whiskeys?


1920 begann dann in den USA die Ära der Prohibition, womit der Übersee-Markt wegbrach.
In diesen Zeiten mussten die kleinen Betriebe endgültig aufgeben, größere Betriebe drosselten oder stellten die Produktion zeitweise ganz ein und warteten auf bessere Zeiten. So produzierte die Old Midleton Destillerie in den 1930ern gerade einmal während zwei Wochen im Jahr.

Die noch verbliebenen Destillerien der Republik Irland, Jameson, Power und die Cork Distilleries Co. vereinten sich Mitte der 1960er zur Irish Distillers Group und legten ihre gesamte Produktion in einen Brennerei-Neubau in Midleton in der Grafschaft Cork. Die Old Bushmills Destillerie kam Anfang der 1970er noch dazu. Von diesem Moment an stammte jeder einzelne Tropfen Irish Whiskey von der Irish Distillers Group.
Der größte Verlust traf Irland aber 1988. Irish Distillers Ltd. wurde an den französischen Konzern Pernod Ricard verkauft. Nicht eine irische Whiskey Brennerei befand sich mehr in nationaler Hand.

1989 war es dann endlich soweit. Mit der Gründung der Brennerei Cooley an der Grenze zu Nordirland gibt es wieder eine echte irische Whiskey Brennerei. Nach zwei Jahrzehnten Produktion bietet diese Brennerei mit Connemara, Tyrconnell und Locke's Single Malts und Blended Whiskeys von mild bis rauchig aus eigener Produktion an. Die Geschäfte laufen so gut, dass man sogar in Kilbeggan 2009 wieder zwei Pot Stills zur Malt Whiskey Produktion aufgestellt hat
In den letzten 20 Jahren wächst die Dichte der Brennereien wieder, zwar sehr langsam, aber sicherlich auf eine gesunde Art und Weise. Es entstehen hochwertige Whiskeys auf der grünen Insel. Freuen wir uns darauf!



was ist der beste irische Whiskey?

In der hier folgenden Bestenliste stelle ich fünf Whiskeys vor, die mir mit am besten geschmeckt haben. Das ist auch meine Empfehlung für eine irische Whiskey Hausbar zuhause mit einem vernünftigen Budget. Einfach probieren und genießen:

The Tyrconnell Single Malt, ein fruchtiger Single Malt Whiskey mit einem besonders charaktervollen Geschmack. Ich empfehle ihn absolut, in dieser Preiskategorie einfach spitze.                                                                                                                      Liegt um die 20,- €


Connemara Peated Single Malt, getorfter Single Malt Irish Whiskey. Der gehört eigentlich in jede Whiskey Hausbar. Er vertritt die rauchige Irish Whiskey Marke, ohne zu rauchig zu sein wie seine schottischen Brüder.                                                                           Liegt um die 24,- €


Jameson Black Barrel Irish Pot Still Whiskey mit Grain Whiskey, dreifach destilliert, in ausgewählten und ausgebrannten Bourbon- und Sherry-Fässern gereift, erfreut dieser edle Irish Pot Still Whiskey den Gaumen. Er schmeckt süß, mild und ist süffig. Rundet die irische Hausbar ab und vertritt mit dem Haus Jameson einer der bekanntesten Destillerien der grünen Insel Irland.                                                                                               Liegt um die 30,- €

Redbreast 12 Jahre Single Pot Still, Sherry Cask Matured Single Pot Still Whiskey
Dieser irische Premium-Whiskey von Redbreast ist eine ausgezeichnete Single Pot Still-Komposition und gehört auch in eine Grundausstattung einer guten irischen Whiskey Hausbar.                                                                                                                 Liegt um die 44,- €


Bushmills 16 Jahre Single Malt Irish Whiskey, ein absoluter Premium-Whiskey aus Irland. Dreifach destilliert, rubinrot, weich und dennoch mit Tiefe, einer der besten irischen Whiskeys. Muss in die Hausbar.                                                                         Liegt um die 70,- €

Empfehlung für eine irische Whiskey Hausbar

Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey
The Tyrconnell Single Malt Irish Whiskey
Busmills Irish Whiskeys Single Malt and Blend
Redbreast 12 Jahre Single Pot Still
Jameson Black Barrel Irish Whiskey
Busmills Destillerie Irland

ist irischer Whiskey rauchig?

Irische Whiskey werden als typisch mild eingestuft und sind es meist auch.
Das Malz wird nicht über Torffeuer gedarrt (Ausnahme: Connemara Whiskey), dadurch ergibt sich ein milderer Geschmack.

In Irland kommt das Malz nicht mit Rauch in Kontakt, daher schmeckt irischer Whiskey wesentlich milder als die meisten schottischen Whiskys. 

wie oft werden irische Whiskeys destilliert?

die meisten Irish Whiskeys werden dreifach destilliert, die Brennereien setzen meist auf das bekannte Triple Distillation, oft abzulesen auf dem Etikett der Flasche. Der Irish Whiskey erfährt durch die Triple Distillation, also er reift durch den Einsatz von drei Brennblasen, seinen leichten, milden und weichen Stil.

Sein Geschmack wird dadurch so fein und rein, das er dafür auch kritisiert wird, vor allem von Liebhabern von kräftigeren Whiskys.
Natürlich werden auch weiter noch viele Whiskeys zweifach destilliert, z.B. der Kilbeggan Traditional oder der Tyrconnell Single Malt.

wie schmeckt irischer Whiskey?

Charakteristisch für den irischen Whiskey ist sein meist milder Geschmack, den er seiner besonderen Herstellung zu verdanken hat. Er ist - bis auf ganz wenige, z.B. den Connemara - überhaupt nicht rauchig. Sein Geschmack erinnert an viele Früchte, Vanille, Holz, Nüssen, Sherry, Pflaume, Zimt und so viele mehr.

Natürlich hat jede Whiskey Marke seinen eigenen Geschmack, Duft und Intensität. Der Abgang beim Genießen ist ein Genuss, auch hier hat jede Brennerei ihrem Irish-Whiskey einen unverwechselbaren Charakter gegeben. Einfach anfangen mit dem Genießen und Schluck für Schluck diese genussvolle Welt sich erschließen.

welche Whiskey Nationen gibt es? 

Auch hier ist die Liste lang. Irland, Schottland, Amerika, Kanada, Japan, Deutschland, Österreich, Schweiz, Asiatische Länder, Australien, Neuseeland, Frankreich, Niederlande, Tschechien, Schweden usw. Die nicht genannten mögen mir verzeihen.

Hier kann man dazu etwas nachlesen:

https://www.planetwissen.de/gesellschaft/trinken/whisky/pwiediewhiskeysderwelt100.htm

Und gerade weil diese Welt so groß ist, möchte ich mich hier auf irischen Whiskey konzentrieren. Es ist immer schwierig mit dem Geschmack, dem einen ist er zu milde, dem anderen zu fad oder gar zu intensiv usw. 

Bushmills Single Malt Spezial Reserve 12 Jahre

Ein paar Worte...

Halte es kurz und bündig, oder wie der Engländer sagt: "Keep it short and simple"
oder noch besser, der Ire:
"coinnigh gearr agus simplí é"
Rechts im Bild zwei meiner Favoriten.
Der Bushmills 16 Jahre, einfach wunderbar mild und dennoch voll im Geschmack.

Zum Bushmills 12 Jahre eine kurze Geschichte. 1998 war ich in Cornwall, im Südwesten Englands. Dort lernte ich einen sehr sympathischen älteren Herrn kennen, der ein Fan von irischem Whiskey war. Er liebte Bushmills, ganz besonders den milden 12 jährigen. Diesen hier gibt es mittlerweile gar nicht mehr, selbst Online kaum zu finden, einmal sah ich ihn für über 400,- € die Flasche. Diese eine aus 1998 habe ich noch übrig, mal sehen wann ich ihn öffne :-)

Whiskey Glas

Über mich (ganz kurz)

mein Name ist Franz und ich genieße gerne Whiskey.
Warum irischer Whiskey? Darauf komme ich noch, versprochen. Mir liegt es daran, das ich mithelfen möchte, das Sie etwas rascher und übersichtlicher den Zugang zu diesen wunderbaren irischen Whiskey Sorten finden. Probieren Sie sie alle aus, ganz langsam und in Ruhe, lassen Sie sich überraschen von den Aromen und finden Sie Ihren Favoriten. Viel Spaß dabei, den Sie wissen ja, nur mit Vernunft genießt man richtig.

Irish Whiskey Genuss

Also jeder Irish Whiskey, irischer Whiskey, hat seinen eigenen individuellen Geschmack. Es ist natürlich sehr schwierig, über Geschmack lässt sich nämlich, und das weis jeder, vortrefflich streiten.
Aber ist es nun mal so, das die hier von mir genannten Whiskeys alle sehr sehr gut sind. Das nicht jede Sorte jedem schmeckt, das ist absolut legitim. Auch bei mir ist es so, das je nach Tagesform der Geschmack sich ändert. 

Es gibt ein paar Regeln, die man als gepflegter Whiskey Genießer einhalten sollte.

  • bitte nie Eis im Whiskey Glas, das Eis verfälscht den Geschmack des Whiskeys, es verwässert ihn wortwörtlich
  • wenn Sie mal in einer Hotelbar oder im Restaurant einen Whiskey bestellen und sie bekommen ihn mit Eis serviert, sofort zurückgeben. Ist mir auch schon passiert, selbst in vermeintlich guten Hotels
  • zum Whiskey Glas. Hier ist es so, das man keine Wissenschaft daraus machen sollte. Dennoch bitte dies bedenken und sich auch so einschenken oder einschenken lassen.
  • ein sogenanntes Nosing oder Snifter ist das beste für die Single Malt Whiskeys. Das Glas ist unten breit und nach oben hin wird es schmaler. Die herrlichen Aromen des Single Malt Whiskeys können sich dann bei Zimmertemperatur natürlich, am besten in diesem Glas entfalten und auch halten.
  • den Tumbler kennen die meisten aus alten Western Filmen, raue Männer am Tresen trinken viel Whisky mit Eis. Dafür sind die Tumbler sehr gut, sie halten durch die Stärke des Glases das Eis länger kalt. Wenn Sie/Ihr einmal einen Bourbon trinken wollt (Sorry ich meine das nicht abwertend, trinke selbst hie und da einen Bourbon), dann geht ein Tumbler. Doch auch hier würde ich nie Eis dazu nehmen, die Bourbon oder Blends sind heutzutage zu gut dafür.

Probiert es einfach aus. Zum Wohle